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Auf Arbeitssuche

Frankfurt am Main – da mag ich sein…

Nach einem Studium der Anglistik und Germanistik und 31 Jahren Berufstätigkeit als Dozentin, Archivarin/Dokumentarin, Sprachlehrerin, Assistentin der Geschäftsleitung und Personalbeauftragte  schloss die Firma, für die ich die letzten 10 Jahre tätig gewesen war.

Meine Erfahrungen als Arbeitssuchende, die jetzt 61 ist und immer mal wieder einen Job findet, der dann zeitlich begrenzt ist, sind im Folgenden literarisch verarbeitet. Ich danke Heike Faller von der ZEIT für die Ermutigung, diesen Blog zu beginnen.

Meine Erfahrungen mit zwei Standbeinen – eines als Jobberin auf dem Arbeitsmarkt, und eines als Freiberuflerin – werden hier weiterhin veröffentlicht.

Ich freue mich auf alle Kommentare! Wer über neue Beiträge in diesem Blog informiert und erfahren möchte, wie es weitergeht, kann ihn abonnieren und bekommt per E-Mail eine Information, wenn hier etwas Neues veröffentlicht wird (siehe Spalte rechts).

Es fließt viel Wasser den Main hinunter bis ich eine Stelle finde…

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Erfolg…..

Lebensweisheiten

Erfolg ist die Fähigkeit,
von einem Misserfolg zum anderen zu gehen,
ohne seine Begeisterung zu verlieren.

Winston Churchill

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Interessant zum Thema „Altes Eisen“

http://www.focus.de/finanzen/news/arbeitsmarkt/generation-55-plus-ohne-perspektive-wirtschaft-verschmaeht-aeltere-jobsuchende_aid_1035222.html

Immer noch weit verbreitet, die Ächtung der älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer! Erfahrung nicht gesucht!

2013 – so war die Resonanz – herzliche Grüße an alle Leserinnen und Leser

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2013 an.

Hier ist ein Auszug:

Ein New York City U-Bahnzug fasst 1.200 Menschen. Dieses Blog wurde in 2013 etwa 5.500 mal besucht. Um die gleiche Anzahl von Personen mit einem New York City U-Bahnzug zu befördern wären etwa 5 Fahrten nötig.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Mögen alle Wesen glücklich sein

Die letzten 4 Jahre waren Weihnachten und der Jahreswechsel immer mit bangen Fragen verbunden: Wie wird es beruflich weitergehen, gibt es für eine 50+ und dann 60+ Arbeitssuchende noch eine Chance? Dieses Jahr bin ich froh und dankbar, doch noch eine Stelle gefunden zu haben, in der ein mitmenschliches Arbeitsklima gepflegt wird, bei der auch mal gelacht wird, bei der ich weitestgehend selbstbestimmt meinen Arbeitstag gestalten kann.

Ich möchte all denjenigen Mut machen, die in einer ähnlichen Situation sind, in der ich war: Nicht aufgeben, sich weiter bewerben, durchhalten in schwierigen Situationen. Ich war oft so fertig, fühlte mich kraftlos und gestresst. Mein Mantra, das ich mir immer wieder gesagt habe, lautete: „Es kann so nicht blieben, irgendwann wird etwas Anderes, etwas für mich Besseres kommen“. Und dann kam es wirklich so!

Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs, bleibt offen für Veränderungen, richtet euch nicht im Elend ein, schätzt die kleinen Freuden in den schwierigen Zeiten. Ihr könnt sicher sein, früher oder später zeigen sich neue Wege, wenn man sein Leben aufmerksam, wach und offen lebt.

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Good News

Ingenieurbüro und Superstress ade!

Ich kann’s noch kaum glauben – endlich habe ich einen neuen Job bekommen: mit 61 Jahren! Ich habe gesucht und gesucht und jetzt einen Stelle im künstlerischen Betriebsbüro eines Frankfurter Theaters gefunden. Hier wird meine Erfahrung geschätzt, der Umgangston ist freundlich und gelassen, selbst bei Premierenstress, den wir gerade haben, sind alle darum bemüht, ein angenehmes Arbeitsklima zu erhalten und achtsam miteinander umzugehen. Mein Job ist abwechslungsreich, vielfältig, lässt viel eigenen Gestaltungsspielraum und es macht Spaß!!!  Klar, es gab auch schon einen Tag, an dem ich sehr müde nach Hause kam, aber dennoch passt es insgesamt und ich gehe jeden Tag wieder gerne hin.

Nach den vielen schwierigen Zeiten seit der Insolvenz meines langjährigen Arbeitgebers ist diese Wende fast ein Wunder, so kommt es mir jedenfalls vor. Ich bin einfach nur dankbar über diese Entwicklung.

 

So geht es (nicht)

Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs,

eine lange Pause ist verstrichen seit dem Beginn der neuen Stelle und ersten Infos darüber. Da ich immer wieder gefragt werde, wie es mir geht, hier eine kurze Info.

Trotz Routine wird die Stelle immer anstrengender – hätte ich nie gedacht. Aber Chef, bundeswehrgeschult, Egozentriker, Zwangsneurotiker lebt nach dem Motto: Macht ihr mal, ich zeige euch dann eure Fehler und lehne mich wieder zurück (und spiele mit meinen I-Pad). Unterstützung ist ein Fremdwort für ihn. Es ist selbstverständlich, dass wir 3 Frauen in seinem Minibüro jeden Tag mehr als 8 Stunden arbeiten, nicht miteinander reden, sondern arbeiten, arbeiten, arbeiten und regelmäßig kommt es zu Mehrarbeit bis zu 10 Stunden (gestern 10,5). Darüber wird kein Wort verloren. Wir haben übrigens Vertrauensarbeitszeit und es zeigt sich, dass wir uns alle selbst ausbeuten. Ist ja eine bekannte Tatsache im Personalwesen…

Auf Beschwerden gegenüber dem Chef bekommt man schneidende Retourkutschen. Ich war so erbost, dass ich meinen Unmut nur darin zeigen konnte, dass ich die Probezeit auf meinen Wunsch hin verlängert habe (so komme ich evtl. innerhalb 4 Wochen weg, falls sich doch noch eine weitere Chance für eine 60+Jährige bieten sollte). Chef wachte daraufhin aus seiner Egobezogenheit kurz auf und war 2 Tage umgänglich, aber dann war schon wieder alles im alten Gleis.

Ich gehe jeden Tag mit Unlust und manchmal voller Frust hin, tue alles, um meine Gesundheit bei diesem Stress zu erhalten (Fahrradfahren, Vitamine, Entspannungs-CDs). Ich lerne immer besser, dumme Chef-Bemerkungen zu parieren und denke jeden Tag „Pass bloß auf“ (kennt ihr den Komiker???) und trainiere, nichts mehr an mich ranzulassen. Eine Kollegin schmeißt inzwischen aus Wut und Stress Dinge durch die Gegend, haut fast die Wand ein im Flur, wenn sie aus seinem Zimmer kommt usw.).

Alles in allem ist diese Berufserfahrung Top of the Joberfahrung, so etwas Krasses habe ich noch nie erlebt. Wenn ich jemals richtig Abstand – vielleicht nach einem Jobwechsel ? – bekommen sollte, werde ich viele kuriose Begebenheiten aus meinem Büroalltag zu berichten haben, momentan ist mein Humor irgendwohin verschwunden und wartet darauf, wieder entdeckt zu werden.

Viele Grüße aus dem Arbeitslager, in dem Fäuste auf den Tisch donnern, Kartons durch die Gegend fliegen und ein Tag ohne Wutausbruch kein Tag ist. Warum nur pflege ich wertschätzende Kommunikation, bin der Ansicht, dass Teamwork bessere Resultate als Einzelkämpferarbeit erbringt und mag hier nicht bleiben????

Und übrigens: Ich habe meinen Rekord gebrochen, Nach einem 2-wöchigen Urlaub an diesem ruhigen, erholsamen Fleck an einem See in MacPom Wustrow See

war nach 1 1/2 Tagen meine Urlaubserholung flöten… 😦

Heute mal Nietzsche…

„Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave.“

Friedrich Nietzsche

und wer mehr als 8 Stunden pro Tag an einer Arbeitsstelle mit abhängiger Arbeit verbringt ist was ??????????????

 

Programm des BMAS „Perspektive 50plus“ gescheitert

Artikel unten eben in der Online-Presse gefunden – hat mich überhaupt nicht erstaunt…

„Perspektive 50plus“ gescheitert

03.06.13

…ältere Erwerbslose weiter ohne Chance auf dem Arbeitsmarkt

„Der Versuch, die Rente mit 67 durch Beschäftigungsprogramme für Ältere abzufedern, ist gescheitert“, erklärt Klaus Ernst, Mitglied im Spitzenteam der LINKEN für die Bundestagswahl und im Ausschuss für Arbeit und Soziales, zur Auswertung des Programms „Perspektive 50plus“ durch das Bundesarbeitsministerium. Ernst weiter:

„Die Klagen der deutschen Wirtschaft über einen vermeintlichen Fachkräftemangel bleiben unglaubwürdig, solange die Unternehmen nicht bereit sind, ältere Erwerbslose dauerhaft in den Arbeitsprozess zu integrieren. Wenn sich lediglich 16 Prozent der über 50-Jährigen länger als ein halbes Jahr in einem neuen Beschäftigungsverhältnis halten können, obwohl 60 Prozent der Teilnehmer des Programms über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen, dann ist der Versuch der Bundesregierung, älterer Erwerbslose in Arbeit zu bringen, offenkundig kläglich gescheitert. Durch die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre und die Streichung der Rentenversicherungsbeiträge für ALG II-Beziehende wurde gerade älteren Erwerbslosen die Chance auf eine armutsfreie Rente verbaut.

Die Wirtschaft muss von der Bundesregierung endlich stärker in die Pflicht genommen werden, dauerhafte und gut bezahlet Arbeitsplätze für Ältere zu schaffen. Zudem fordert DIE LINKE die Zurücknahme der Rente mit 67 sowie eine bessere soziale Absicherung für Langzeiterwerbslose.“

Aus: Scharf links (online-Zeitung)

http://www.scharf-links.de/41.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=36015&tx_ttnews[backPid]=6&cHash=8bda063ee7

Chancen von 50+ Arbeitslosen

So sieht die Realität aus trotz aller Meldungen, wie erfolgreich die Projekte 50+ sind:

http://www.stern.de/wirtschaft/job/trotz-fachkraeftemangels-aeltere-arbeitslose-haben-kaum-chancen-auf-einen-job-2019479.html

 

Büroszene

Nicht frei erfunden…

Sekretärin kommt früh ins Büro, weil dringende Arbeit ansteht. Sie schaltet den PC ein, loggt sich im Spezialprogramm ein, um das es gleich gehen wird, schlägt die entsprechende Datei auf und wird dann zum Chef gerufen. Dieser gibt ihr die aktuellen Infos zur Arbeit an der Datei. Da die Sekretärin neu ist im Betrieb und zum ersten Mal richtig mit diesem Programm arbeiten wird, hat sie noch eine Detailfrage zur Softwarebedienung.

Chef geht nach dem Briefing mit ihr ins Büro, um ihr etwas am PC zu demonstrieren. Der Bildschirm ist schwarz. Da entschlüpft dem Chef: „Sie haben heute ja noch gar nicht gearbeitet!!!“ – ist da sogar ein vorwurfsvoller Unterton zu hören??? (Die Sekretärin war nicht bereits um 7:00 Uhr im Büro, sondern erst kurz nach halb Acht….)

Die Sekretärin verkneift sich ein Grinsen und tippt lässig auf die Tastatur und bemerkt – ganz cool! – „Das ist nur die Stromsparfunktion““ – und schon leuchtet der Bildschirm auf und das  Programm ist aufgerufen, die richtige Datei ist geöffnet, die Arbeit kann sofort weitergehen… :-))

Aber was so ein richtiger Chef ist , ja, der dreht sich einfach nur um und geht…

Wer diesen Job hat, braucht keine Freizeit mehr…

Die ersten 6 Wochen an der neuen Arbeitsstelle sind vorbei und ich muss feststellen: Wer diesen Job hat, braucht keine Freizeit mehr. Anfangs dachte ich, wenn ich früh am Arbeitsplatz bin (ca. 7:15 Uhr), kann ich früh gehen. Pustekuchen: zwischen 17 und 18 Uhr kommen noch jede Menge Mails rein, die bearbeitet werden müssen. Also ging ich später hin, das passte aber auch nicht, weil der Chef morgens meist noch etwas besprechen möchte bevor er zu Terminen geht. Also sieht die Realität so aus: Ich arbeite zwischen 9 1/2 und 10 Stunden pro Tag, wobei die Konzentration dann nach 8 Stunden nachlässt. An einem Tag waren es nur 8 1/2 Stunden – das ist aber eher eine Ausnahme. Die Kolleginnen sind auch ausnahmslos um die 10 Stunden im Büro und gehen noch nicht einmal raus für die Mittagspause. Das habe ich mir jedoch erkämpft- eine 3/4 Stunde muss ich an die frische Luft und „um den Block laufen“.

Schöne neue Arbeitswelt … ich weiß aber, dass es ganz vielen im Büro so geht.

Habeamus conventum operae :-))

Da alle weltbewegenden Dinge, die sich am 13.03.2013 ereignet haben, auf Lateinisch verkündet wurden, habe ich den Titel oben entsprechend gewählt:

Ich (na ja, eigentlich Plural Majestatis: Wir)  habe(n) einen (Arbeits-)Vertrag! Vollzeit, unbefristet  und in Frankfurt. Was bin ich froh und ich lass mich auch nicht von der Unkerei mit der 13 beeinflussen: Die 13 als „böse“ Zahl, als Unglückszahl ist zwar fest im Volksglauben verwurzelt. Im Motorsport gibt es keine Startnummer 13, Hotelzimmer mit der Nummer 13 sucht man vergeblich und in manchem Lift ist das 13. Stockwerk unauffindbar. Und es gibt sicher noch mehr Beispiele dieser Art. Im Märchen ist die 13. Fee die Böse, die Unglück bringt, in der jüdischen Kabbala gibt es 13 böse Geister. Aber ich leide nicht an Triskaidekaphobie (=Furcht vor der 13). Auf einer Website fand ich folgende Aussage:

“ Die Zahl 13 ist die Zahl für den Wandel und den Umbruch. Allgemeine Bedeutungen der 13 sind: Transformation, Loslassen, Abschiede, Neubeginn, Wachstum und Weiterentwicklung ….“

Das passt und ab April beginnt für mich die Zeit des Wandels. Und als ich so ein bisschen nach der 13 forschte, fand ich auch folgende Textstelle, die ich hier unbekümmert wiedergebe, da ich ja keine Doktorarbeit schreibe und auch die Fundstelle angebe:

“ … Im Wort FREITAG ist auch noch die „Freya“ enthalten, der Freitag war ursprünglich der Göttin Freya geweiht. Die 13 war als Primzahl in vielen frauenzentrierten Kulturen auch eine heilige Zahl.

Deshalb ist in unserer MÄNNERZENTRIERTEN Kultur der „Freitag, der 13.“ zum absoluten Unglückstag erklärt worden … “

 (zitiert nach: Vortrag von Monika Rungius / http://www.frauensprache.com)

Und so kam ich dann doch noch zu einer Stelle: Im Dezember bewarb ich mich in einem Ingenieurbüro und hatte ein angenehmes Gespräch mit dem Chef. Wie so oft landete ich auf Platz 2 der Kandidatinnen und erhielt eine Absage. Doch nach 4 Wochen Probezeit beschloss der Chef des Ingenieurbüros „Jetzt schlägt’s 13“, da die ausgewählte Kandidatin nicht mit dem PC und der Software im Büro klar kam und er rief mich an, ob ich noch Interesse an der Stelle hätte. Ich hatte gerade einen Aushilfsjob in einer Kanzlei und handelte aus, dass ich mir im März das Ingenieurbüro halbtags ansehen und „ausprobieren“ würde. Seit Anfang März läuft es jetzt dort ganz gut und ich habe den Vollzeitvertrag am 13.03.2013 unterschrieben. Irgendwie kommt es mir noch wie ein Wunder vor – jetzt steuere ich auf den 61. Geburtstag zu und habe doch noch einen Job bekommen.

Danke an alle Leserinnen und Leser für die vielen aufmunternden Worte! In dem vielen Auf und Ab und bei der langen Pechsträhne seit Beginn der Insolvenz meines langjährigen Arbeitgebers waren eure Kommentare Lichtblicke und haben mich gefreut. – So ab und zu werde ich weiter berichten, wie es mir so geht.

Vanity Fair – Jahrmarkt der Eitelkeiten (frei nach W.M.Thackeray)

Neulich habe ich mich mal wieder in der weiten Welt des Internets rumgetrieben, ursprünglich auf der Suche nach Stellen. Und dann fand ich eine Seite mit Top-Versteigerungen. Ab 1,- Euro gibt es mal 2-3 Tage Kurzreisen in Hotels im In- und Ausland, Schmuckstücke, Handys und Tablets mit und ohne Verträge und vieles mehr zu ersteigern. Als ich reinschaute, lief die Aktion „Werden Sie Dr. h.c. (honoris causa – Ehrendoktor). Es wurde ein Titel einer kirchlichen Universität in Yale, USA, versprochen. Ich setzte 1 Euro, wurde überboten und überlegte kurz. In Zeiten der Plagiatsjäger und Copy-und-Paste Detektive ist doch ein gekaufter Titel etwas Schickes, der kann nicht aberkannt werden … Ich bot 5,90 Euro, weil ich ja immer neugierig auf Kuriositäten bin, verließ die Seite und begann meine Initiativbewerbung an einen Konzern in einer Nachbarstadt zu schreiben. 20 Minuten später machte es „Ping“ im Postfach und die Nachricht lautete: „Sie waren der Meistbietende: Anbei der Gutschein zur Einlösung: Sie sind Dr. h.c. der Yale Church University.“ Ungläubig starrte ich die Nachricht an. Was als Spaß gemeint war, war Ernst geworden. Wie im Mail angegeben meldete ich den Gutschein über eine Website einer deutschen Firma an, die anscheinend auch Adelstitel vermittelt (sollte ich nochmals …? Gräfin Dr.h.c. ….???) und wurde gefragt, in welchem Bereich ich den Dr. h.c. bescheinigt haben wollte. Eine lange Liste mit Möglichkeiten tat sich auf: Unter anderem wurden die Bereiche alternative Gesundheit, Astralprojektion, biblische Studien, christliche Beratung, christliche Psychologie, Kirchenmanagement, vergleichende Religion, esoterische Psychologie, Gospelmusik, Homöopathie, paranormale Psychologie, spirituelles Heilen angeboten. Ich entschied mich für „Counselling (Beratung), das ist schön allgemein, klickte auf „senden“ und wartete gespannt. Tatsächlich – wenige Tage später lag eine schön gestaltete Urkunde in englischer Sprache in meinem Briefkasten. Jetzt bin ich Arbeitslose mit ehrenwertem Titel…

Und dann lag bei der Urkunde noch ein zweiseitiges Infoschreiben. Es wurde darauf hingewiesen, daß dies kein gültiger wissenschaftlicher Titel sein, eine Eintragung im Ausweis in Deutschland nicht möglich sei, denn es handele sich um einen Titel, der aufgrund einer Spende erteilt wurde. Aber: Man könne nach Paraguay auswandern, dort den Titel in den Ausweis eintragen lassen und dann in Deutschland als Dr. reisen. Oder man könne sich auch in England anmelden, einen englischen Paß beantragen, da der deutsche verloren gegangen sei; dann würde der amerikanische Titel im englischen Dokument ohne Weiteres eingetragen. Dann könne man sich wieder in Deutschland anmelden, einen neuen deutschen Paß beantragen auf der Basis des englischen Ausweises und schon sei man auch in Deutschland Dr. XY und nicht mehr Dr. h.c.

Wer’s nicht glaubt, dem gebe ich die Website weiter für Selbstversuche. Ich berate Sie auch gerne – habe ja jetzt den Titel…

Herzliche Grüße

Ihre „Dr. h.c. of Counselling o.J.“  (=ohne Job) :-))

——–

Heute, 18.4.13, bei Spiegel Online gefunden – hoffentlich blüht mir das nicht auch….

http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/gekaufter-doktortitel-hausdurchsuchung-bei-bloggerin-a-895217.html

Arbeitslos und Urlaub

Ja, theoretisch würden mir ja ein paar freie Tage von der Arbeitsagentur genehmigt, wenn nicht gerade Vorstellungsgespräche anstehen, Gespräche beim Jobcenter oder der Leistungsstelle der Arbeitsagentur anberaumt sind. Also spontaner „Urlaub“ (so nennt es die Arbeitsagentur aber nicht) ist möglich; er kann 8 Tage vorher beantragt werden und wird dann kurzfristig bewilligt, aber längerfristig geplanter Urlaub geht nicht – ist ja eigentlich auch logisch, wenn auch nicht angenehm, aber wer möchte sich Chancen durch Abwesenheit verbauen.

Ein anderer Punkt ist aber, dass ich mich als Arbeitssuchende oft so unter Strom fühle mit meinen zahlreichen Versuchen, wieder ins Arbeitsleben einzusteigen, dass ich Abstand vom Alltag und Erholung gut brauchen könnte. Außerdem möchte der Rest der Familie wissen, wann ich „verplanbar“ bin – nicht dass wir uns viel leisten könnten …

Dieses Jahr ist ja wirklich ansprechend hinsichtlich der Urlaubsplanung – bei geschickter Planung lassen sich die üblichen 30 Urlaubstage mehr als verdoppeln. Gleich anfangs des Jahres konnten drei freie Tage einem bis zum 6. Januar Urlaub verschaffen. Als Arbeitssuchende fand ich das sehr lästig: Fast überall waren die Ansprechpartner nicht zu erreichen. Wie wird das zu Ostern werden? Hoffentlich bin ich bis dahin „in Lohn und Brot“! Mit wenig Einsatz kann man da 16 Tage Urlaub herauskitzeln. Ich habe im Internet einen Link gefunden, der das urlaubsträchtige Jahr 2013 plastisch darstellt und die optimale Planung darstellt: http://de.holidayinsider.com/journal/urlaubsplanung-2013 .  Ich komme ins Träumen: Jetzt schnell eine Stelle finden, die Probezeit bestehen und dann schnell für die zweite Hälfte des Jahres die Erholung planen im September und Oktober um den Tag der Deutschen Einheit und die optimal liegenden Weihnachtstage. Der Blog geht weiter, wir werden sehen, wie das mit Urlaub in 2013 wird! – Und übrigens, ganz herzlichen Dank an alle, die mir seit Wochen den Daumen für eine neue Stelle drücken. Die seelische Unterstützung tut gut.

Die schlimmsten Tage

Dies sind die schlimmsten Tage – ein Tag wie heute, an dem eine Entscheidung über eine Stellenbesetzung versprochen wurde. Ich konnte schon früh nicht mehr schlafen, stürzte an den PC – als ob schon vor 8 Uhr eine Entscheidung kommuniziert werden würde! Das sagt der Verstand – das Gefühl ist ungeduldig, nervös und hält alles für möglich…

Ich kann den PC nicht ausschalten, schaue alle paar Minuten auf den Posteingang meines Mailpostfaches, meine Anspannung steigt. Ich stürze mich in alle sonst ungeliebten Aufgaben: Abwasch machen, Wohnung saugen, Dinge aus dem hintersten Keller holen – jeder Job ist recht, um die sich endlos dehnende Zeit auszufüllen. Dann kommen ernüchternde Gedanken. Warum sollte ich denn „in meinem Alter“ noch eine Anstellung bekommen (auch wenn es wieder einmal um einen befristeten Vertrag geht). Ich lese die Stellenangebote in den Jobbörsen und bei der Arbeitsagentur und nach einigen Tagen des Wartens schreibe ich wieder eine Bewerbung. Köln – warum nicht. Ein befristeter Einsatz – warum nicht… Absurdes Verhalten – sagt der Verstand. Das Gefühl sagt „agieren, nicht warten“! Die Spannung steigt. Es ist jetzt früher Nachmittag und immernoch keine Nachricht über die Entscheidung. Ich halte es kaum aus. Wie schön wäre ein Vertrag als Weihnachtsgeschenk!

Es klingelt im Mailpostfach: Eine Nachricht von einer anderen Bewerbung: Es wird erst im Januar entschieden, wer in die engere Auswahl kommt. Na ja, besser als eine Absage. – Ich halte es nicht mehr aus und muss raus und mich ablenken. Der neueste James Bond Film könnte das. Skyfall sehen  – und ein Job fällt vom Himmel…  Aber dann höre ich nicht, falls ich angerufen werden, also doch nicht ins Nachmittagskino gehen?

Ich mache mich jetzt auf nach draußen mit dem Handy in der Tasche – auf Vibration und extra laut gestellt. Dank Smartphone kann ich auch draußen minütlich nach den Mails schauen. – Sie hören von mir…